Kia Ora meine Lieben,
der Abschied in Christchurch war also da. Nach und nach sind die Leute in die verschiedensten Richtungen abgereist. Ich hab Emma, Pim, Peta und Chris noch zum Flughafen gebracht, weil ich da mein
tolles Auto abholen musste. Es ist ein alter Toyota Corolla in der modischen Farbe weiss ;) Es hat ausserdem viele Kratzer, aber das ist gar nicht so schlecht... wenigstens faellt es nicht auf,
wenn noch ein paar dazukommen.
Nachdem wir abends mit den Uebriggebliebenen (ausser Scott und Kate, die treulosen Tomaten) nochmal Cocktails trinken, im Hostel Uno spielen und am naechsten Morgen zusammen
fruehstuecken waren, hab ich ausgecheckt und mich mit meinem Auto auf die grosse Reise begeben.
Es ging Richtung Sueden. In Timaru hab ich erstmal im Supermarkt ein paar Basic-Sachen gekauft und bin gleich weiter nach Oamaru gefahren, wo ich ein Bett in einem YHA gebucht hatte. Die Besitzerin
war etwas strange und das ganze Haus sehr alt, aber es war auszuhalten. In Oamaru kann man nicht soooo viel unternehmen... bin erstmal zum Lookout gefahren und bin einen 1-stuendigen Walkway
gelaufen. Durch einen schoenen Wald, zur Kueste, am Strand entlang. Habe sehr schoene Voegel und ab und zu auch einen Hasen vorbeihoppeln sehen. Es hat wirklich Spass gemacht, aber ich muss mich
noch an das Gefuehl gewoehnen jetzt alleine und einsam unterwegs zu sein.
Gegen Abend kommen an bestimmten Kuestenpunkten die Gelbaugen-Pinguine an den Strand, die mittlerweile wirklich selten sind. Ich musste auch relativ lange warten, hab aber dann doch einen
sichten koennen. Total niedlich ist er ueber den Sand gewatschelt. Zurueck im Hostel hatte ich einen gemuetlichen Abend im Wohnzimmer mit meinem Reisetagebuch und einer grossen Ladung
Kiwi-fruits.
Am naechsten morgen ging die Fahrt weiter mit dem Tagesziel Dunedin. Auf dem Weg dorthin hab ich ab und zu mal angehalten, bin ein wenig durch die Landschaft gelaufen und hab Fotos gemacht. Wie zum
Beispiel am Shag Point, wo ich Seehunde aus naechster Naehe sehen konnte und ganz viele Voegel, die ich leider nicht identifizieren konnte. Kenne mich mit solchen Tieren leider nicht so aus ;)
In Dunedin angekommen, war mein erstes Ziel natuerlich die beruehmte Baldwin-Street. Das ist laut Guiness-Buch der Rekorde die steilste Strasse der Welt und natuerlich hab ich es gewagt und bin
hochgelaufen. War wirklich ziemlich steil, aber lustig. Mit dem Auto wuerde ich mich da nie hochtrauen.
Danach bin ich auf die Otago-Peninsula gefahren, habe mir das Schloss Larnach angeschaut, das das einzige Schloss Neuseelands ist und mit den europaeischen natuerlich nicht mithalten kann. Hatte
zum Glueck richtig gutes Wetter, also schnell mal ne kuerzere Hose gewaehlt und in den Schlossgaerten spazieren gegangen. Auf der Halbinsel gibt es ausserdem viele Straende und ich habe meinen
Nachmittag mit einem Buch an einem Bootssteg verbracht.
Das Hostel in Dunedin war sehr modern und sauber und ich hatte sehr nette Zimmernachbarn. Aber ich bin hier ja nich zum Ausruhen, also erstmal unter die Dusche und ab in die Stadt. Dunedin ist ne
sehr ruhige, aber schoene Stadt, in der es unter anderem ein deutsches Hofbraeuhaus gibt. Eigentlich wollte ich da essen gehen, aber leider war es geschlossen. Plan B war also ein Sandwich bei
Subway zu essen und dann ins Kino zu gehen. Habe mir den neuesten Brad Pitt-Film als Benjamin Button angeschaut. Ein bisschen merkwuerdig war er schon, aber mir hats gefallen. Vor allem wuerde ich
zu gerne wissen, wie sie es geschafft haben Brad Pitt so aussehen zu lassen wie vor 20 Jahren. Amazing. Meine Zimmernachbarn haben mir erzaehlt, dass sie ueber Silvester auch in Queenstown
sind und wir haben ausgemacht uns zu treffen.
Bevor ich Dunedin verlassen konnte, wollte ich erst nochmal ins Medical Centre und meinen Finger checken lassen. Das Ergebnis war nicht sehr zufriedenstellend, weil die Aerztin keine Ahnung hatte
und ich deswegen demaechst nochmal ins Krankenhaus zum durchchecken muss. Das ist echt nervig.
Naja, es ging danach auf jeden Fall endlich in meine Lieblingsstadt Queenstown. Das Fahren macht soviel Spass. Nochdazu, weil das Benzin so extrem guenstig ist... ich bezahle hier weniger als die
Haelfte vom deutschen Preis.
Die erste Nacht hatte ich ja im Nachhinein gebucht und war deshalb im Base Hostel. Nach dem Einchecken bin ich erstmal kurz eingeschlafen. Das Fahren und der wenige Schlaf vorher hat sich doch
bemerkbar gemacht und ausserdem hatte ich ja ne lange Partynacht vor mir. Spaeter war ich mit Scott, Chelsea, Gary, Kate und meinen drei englischen Maedels im Frasers verabredet. Was soll ich
sagen... sobald die alte Gruppe wieder zusammen ist dauert es natuerlich keine 10 Minuten, bis wieder alle auf den Tischen oder sogar auf der Bar tanzen. Herrlich. Wir mussten der neuen
Connections-Gruppe mal zeigen, wie man richtig feiert, weil die eher langweilig sind. Ich habe an dem Abend auch super viele Leute kennengelernt. Nach Frasers sind wir weiter in die World-Bar
gezogen, wo dieses Mal sogar richtig gute Musik lief. Hab mich mit Scott unterhalten und nem Maori-Typen, der total nett war. Die Nacht war wirklich lang und ne tolle Party. Ich liebe
Queenstown.
Deshalb war der naechste Tag mal wieder etwas ruhiger. Habe mir das Buch "Atonement" gekauft und am See gelesen, bis der Wind zu kalt wurde. Ich musste ja auch noch das Hostel wechseln und bin in
die Hippo-Lodge gezogen, wo ich ein Bett fuer die naechsten 3 Tage gebucht hatte. Spaeter war ich mit Scott im Casino verabredet, aber wir waren beide nicht wirklich erfolgreich. Er hat beim Black
Jack verloren und ich beim Roulette. Aber ich spiele ja sowieso mit so kleinen Einsaetzen, dass es nicht wirklich wehtut.
Danach hatte ich mit den ueblichen Leuten noch einen schoenen Abend in der Buffalo-Bar, wo wir gut getrunken und ne Menge Billard gespielt haben und spaeter habe ich Shannon (den Maori) mit seinen
Freunden noch in der Base-Bar getroffen.
Das Wetter war inzwischen richtig bloed und deswegen konnte ich am naechsten Tag nich viel machen, ausser Shoppen zu gehen und mich mit Vera, Renata und Katha zum Lunch zu treffen. Vorher war ich
mit den 3 englischen Maedels noch Indoor-Minigolf spielen, was wirklich total suess gemacht war. Jede Bahn hat ein bestimmtes Thema... zum Beispiel Skifahren, wo der Ball mit einem Skilift nach
oben transportiert wird. Sehr niedlich. Es hat immer noch geregnet und das war natuerlich nicht die beste Voraussetzung fuer den Silvesterabend.
Naja, wir haben uns nicht kleinkriegen lassen und sind trotzdem ziemlich frueh in die Stadt gezogen. Waren wieder in der Buffalo-Bar, wo sehr gute Musik gespielt wurde und haben uns mit
vielen Leuten unterhalten und gut gefeiert. Im Gegensatz zum letzten Jahr hatte ich also mal wieder ne tolle Silvesterparty. Allerdings sind wir um 12 nicht rausgegangen, um uns das Feuerwerk
anzuschauen, da der Regen uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Ausserdem wurden um 3 alle Bars geschlossen und wir mussten nach Hause gehen. Wir haben irgendwas von einem neuen Gesetz
gehoert, nachdem die Bars und Clubs nicht laenger als 3 Uhr aufhaben duerfen, aber ob das der wirkliche Grund war, weiss ich nicht.
Zum Neujahrstag gehoert natuerlich ein guter Fruehschoppen im Irish Pub und danch ein grosser Fergburger. Herrlich ;) Bin danach mit Shannon die Gondel in Queenstown hochgefahren, von deren Gipfel
man einen herrlichen Blick auf die ganze Umgebung und die Stadt an sich hat. Ausserdem konnte man die Bungee-Springer von dort aus naechster Naehe beobachten. Ich war ziemlich neidisch und
waere gerne selbst gesprungen.
Den Tag hab ich noch mit den Maedels im Starbucks ausklingen lassen und bin relativ frueh ins Bett gegangen, den am naechsten Tag stand ja meine grosse Canyon-Swing-Aktion an.
Wobei ich eigentlich schon gleich keine Lust mehr hatte, als es morgens mal wieder geschuettet hat und ich mit Halsschmerzen aufgewacht bin. Aber was solls, immerhin hatte ich schon bezahlt und
konnte mir deshalb keinen Rueckzieher erlauben. Ich hab also im Hostel ausgecheckt und mich im Canypon-Swing-Buero angemeldet, bin gewogen und mit dem Bus zum Zielort gefahren worden. Neben mir
noch ein paar Verrueckte aus aller Welt. Komischerweise war ich gar nicht so aufgeregt... Noch nicht. Canyon-Swing ist wie eine grosse Bungee-Schaukel, wo man das Seil nicht an den Fuessen sondern
an der Huefte befestigt und sich mit 60 Metern freiem Fall in die Tiefe stuerzt. Es gibt 9 verschieden Arten zu springen und da ich ja was fuer mein Geld bekommen wollte, habe ich gleich das
zweithoechste Level gewaehlt... Elvis Cutaway. Dabei wird man auf dem Ruecken liegend ueber den Canyon geschoben... du liegst da und 190 Meter unter dir ist nix... aaaahhh.... ich war so nervoes.
Die Instruktoren machen es dir mit ihren daemlichen Scherzen auch nicht gerade einfacher ;) Dann gings los, der Typ hat am Seil gezogen und ich bin in die Tiefe gestuerzt. Ein gaaaanz tolles
Gefuehl. Ganz anders als Bungee-Jumping. Es war sogar so toll, dass ich gleich noch einen zweiten Sprung gemacht habe. Dieses Mal das hoechste Level. Du stehst auf der Plattform an der Kante,
schaust 190 Meter in die Tiefe und musst mit den Fuessen zuerst springen. Es hat mich einige Ueberwindung gekostet, aber ich habs gemacht. Genial!!! Der Tag war auf jeden Fall gerettet.
Dann ging es fuer mich weiter in den Norden. Der Regen hat mittlerweile wieder angefangen, was dieses mal aber gut war, denn so kam ich in den Genuss von 100en von Wasserfaellen, die an den Haengen
runterstuerzten. So ein toller Anblick. Zweimal waren sie sogar so stark, dass ich mehr oder weniger auf der Strasse durchfahren musste.
Vera, Renata und Katha sind in der Zwischenzeit schon nach Haast gefahren und ich wollte sie dort eigentlich treffen, aber leider haben wir nicht darueber nachgedacht, dass es am Arsch der Welt
liegt und wir deshalb keinen Handyempfang hatten. Ok, also bin ich alleine zum Strand gefahren, hab mir den Sonnenuntergang angeschaut und es mir mit meinem Schlafsack im Auto "bequem" gemacht.
Auch ein richtiges Abendessen ist ausgefallen, weil ich es vorher verpeilt hatte einzukaufen und deshalb mussten ein paar trockene Cornflakes genuegen.
Zum Glueck war noch ein anderes Auto zum Uebernachten da und deshalb hatte ich nich so viel Angst alleine irgendwo zu schlafen. Sicherheitshalber hab ich mir aber doch mal mein Pfefferspray in
Reichweite gelegt. Man weiss ja nie ;)
Bin natuerlich sehr frueh wach geworden, weil so ein Auto ja nicht unbedingt ein Luxusbett ist und nach meinem Fruehstueck (jaaa, wieder trockene Cornflakes) habe ich mich auf den Weg zum Fox
Glacier gemacht, um dort die Maedels zu treffen. Wenigstens bin ich so in den Genuss bekommen Neuseeland am fruehen Morgen zu sehen, mit dem Morgentau auf den Waeldern und den Bergen...
einmalig. In Fox Glacier hatte ich zum Glueck wieder Empfang und mich gleich mit den Maedels verabredet. Ein tolles Fruehstueck in einem Cafe habe ich mir dann doch gegoennt und hab noch ein wenig
in der Sonne gechillt, bis wir zu unserer grossen Gletscherwanderung aufgebrochen sind.
Diese Wanderung war sooo toll, aber leider habe ich im Moment keine Zeit mehr davon zu berichten. Also freut euch auf naechste Woche, dann kommt meine Berichterstattung.
Ganz liebe Gruesse
Verena