Nach einer wunderschoenen Woche mit Connections bin ich wieder im schoenen Christchurch angekommen.
Letzten Sonntag hat unser Busfahrer Gary angeboten mit uns eine kleine Wanderung zum Lake Matheson zu machen... um 7 Uhr vor dem Fruehstueck... und da ich vorher ja die Gletscherwanderung abgesagt
hatte, habe ich es mir natuerlich nicht entgehen lassen. Es hat sich auch absolut gelohnt, weil das Wetter gut und der See wunderschoen war. Wir konnten sogar Mount Cook sehen (der hoechste Berg
Neuseelands), allerdings ein wenig von Wolken versteckt. Danach hat das Fruehstueck um so besser geschmeckt.
Den Tag haben wir wieder groesstenteils im Bus verbracht, sind an wunderschoenen dunkelblauen Seen und Bergen vorbeigefahren und gegen Nachmittag in Queenstown angekommen. Unser Hotelzimmer war mal
wieder riesengross und wunderschoen. Nach ner kurzen Auspack- und Erholungspause haben wir uns alle zusammen in der Kueche getroffen und haben unsere Secret-Santa-Weihnachtsgeschenke verteilt.
Jeder hatte vorher einen Namen gezogen und ein Geschenk besorgt. War sehr lustig. Spaeter sind wir gemeinsam in ein Restaurant zum Dinner gegangen und sind danach in die -5Grad-Bar weitergezogen.
Eine sehr kleine, aber huebsche Bar komplett aus Eis. Du wirst erst mal in warme Schuhe, ne dicke Jacke und Handschuhe gesteckt und darfst dann eintreten. Drinnen waren es sogar minus 8 Grad. Sogar
die Glaeser, aus denen wir unsere leckeren Cocktails geschluerft haben, waren aus Eis. Sehr lustig. Natuerlich wurde wieder "unser Lied" gespielt, was die Stimmung sehr angeheizt hat. Genau wie in
der naechsten Bar (Fraser's) wo es nicht lange gedauert hat, bis die ganze Gruppe auf den Tischen bzw. der Bar getanzt hat. Nach ner Menge Alkohol und viel Spass ging es weiter in die WorldBar...
das Lustige daran war, dass man den Schnaps hier in Teekannen serviert bekommt... nur leider war die Musik nicht besonders gut und deshalb sind wir auch bald wieder ins Hotel gelaufen.
Am naechsten Tag hat jeder seine eigenen Aktivitaeten gebucht und ich hatte volles Programm. Am Morgen ging es mit ein paar Englaendern aus meiner Gruppe zum HangGliding... also zum Drachenfliegen.
Komischerweise war ich gar nicht aufgeregt... naja, jedenfalls bis zu dem Moment, in dem ich voll ausstaffiert mit Helm usw. an einem steilen Abhang stand, mit meinem Piloten an der Seite, ueber
mir ein riesiger Drache und auf den richtigen Wind warten musste. Dann ging es los, ein Zeichen, 2 kleine Schritte und dann mussten wir zusammen diesen Hang runterrennen. Man merkt schon gleich,
wie man immer leichter wird, bis man schliesslich abhebt und durch die Luft schwebt wie ein Vogel. Leider konnte ich meine Beine nicht ausstrecken. Weiss nicht, ob es am Material oder an mir lag.
Das war zwar kein Problem fuers Fliegen, aber ich habe mehr gesessen als gelegen und hatte deswegen nicht das totale Vogel-Gefuehl. Das Ganze ging nur 10 Minuten lang und war dafuer ganz schoen
teuer, aber genossen habe ich es trotzdem. Mir ging es auf jeden Fall besser, als ein paar anderen Verdaechtigen, die am Abend zuvor etwas zu tief ins Glas geschaut haben und denen deshalb etwas
schlecht wurde.
Nach einem schnellen Lunch in der Stadt ging es schon zur naechsten Aktivitaet. Eine Lord-of-the-Rings-Tour auf dem Pferd. Wir sind von einem Kleinbus in der Stadt abgeholt worden und durch die
wunderschoene Landschaft von Queenstown kutschiert worden. Nach einer Stunde sind wir an der Base angekommen und eingewiesen worden. Jeder hat sein Pferd zugeteilt bekommen und dann gings los. Mein
Pferd war der schwule Anfuehrer der Gruppe, also musste ich immer ganz vorne reiten. Ein Pferd aus unserer Gruppe war sogar ein Filmstar, weil es in den Herr-der-Ringe-Filmen mitgespielt hat.
Leider waren alle ausser mir Anfaenger, was dazu gefuehrt hat, dass wir nur langsam vorangekommen sind und ich nicht schneller als Schritt reiten durfte. Aber die Aussicht hat etwas dafuer
entschaedigt. Fuer meinen Geschmackt haette ich gerne noch mehr von den Herr-der-Ringe-Orten gesehen. So vieles interessantes wurde uns nicht gezeigt und natuerlich war es auch schwer alles
wiederzuerkennen, nachdem in den Filmen ja alles vom Computer nachbearbeitet wurde. Die Fahrerin, die uns zurueck zum Hotel gebracht hat, war in den Filmen eine Reiterin von Rohan und hat uns ein
paar interessante Geschichten ueber die Dreharbeiten erzaehlen koennen.
Nach einer schnellen Dusche, war ich auch schon mit ein paar Leuten zum Dinner verabredet. Wir haben uns die beruehmten Ferg-Burger von Queenstown geholt, die angeblich die besten der ganzen Welt
sein sollen und haben sie am Seeufer verspeist. Ich muss schon sagen, es war extrem lecker. Wenn ich zurueck nach Queenstown komme, werde ich diesen Burgern wohl nicht widerstehen koennen. An
diesem Abend haben wir unseren neuen Busfahrer Scott kennengelernt, weil Gary auch ueber Weihnachten frei hat. Gary hat uns ganz schoen ins Fettnaepchen treten lassen, indem er uns einen Tag vorher
erzaehlt hat, wir sollten Scott unbedingt gratulieren, weil er gerade erst erfahren hat, dass seine Freundin ein Baby erwartet... er hat das toll ausgeschmueckt, von wegen, dass Scott natuerlich
auch total traurig ist an Weihnachten arbeiten zu muessen usw. und natuerlich sind dann 36 Leute zu ihm hin, haben ihm freudestrahlend gratuliert und er hat nur verwirrt geschaut und gemeint, dass
das alles gar nicht stimmen wuerde und er noch nicht mal ne Freundin haette. Lustig, lustig, Gary.
Nach dem Dinner haben wir die ganze Gruppe wieder in einer Bar getroffen und gut zusammen gefeiert. Auf dem Heimweg haben wir noch das Bier von den Jungs geklaut, die das in einem Busch versteckt
haben, weil sie es nicht in die Bar mitnehmen durften. Mensch, waren die sauer, aber wir hatten Spass.
Leider bedeutete der Abend auch, dass wir Abschied nehmen mussten von vielen Leuten, die die Tour in Queenstown beendet haben. Total traurig. Es ist unglaublich wie intensiv man Leute kennenlernt,
wenn man 2 Wochen lang fast jede Minute miteinander verbringt. Das Positive ist, dass man echt Freundschaften ueber die ganze Erde verteilt schliesst und ich jetzt Einladungen in eine Menge ferne
Laender habe. Naechstes Jahr werde ich auf jeden Fall nach London fliegen, um Nikki und Dee zu besuchen.
Letzten Dienstag haben wir uns auf den langen Weg zum Milford Sound gemacht. Zwischendurch hatten wir viele kurze Foto-Stopps, wenn wir gerade an einem schoenen See oder Wasserfall vorbeikamen. Zum
Beispiel an den Mirror-Lakes, die wirklich wie ein Spiegel waren und alles haargenau reflektiert haben. Nachdem wir durch den ewig langen Homer-Tunnel gefahren sind, war es nicht mehr weit bis
Milford Sound. Kate hat uns die Boarding-Karten gegeben und wir sind auf unser tolles grosses Segelschiff geklettert, auf dem wir die Nacht verbringen sollten. Unsere Vierer-Kabine war auch kleiner
als eine Gefaegniszelle, aber lustig. Nach einer leckeren Tomatensuppe und ein paar Sicherheitsanweisungen konnten wir die tolle Landschaft geniessen. Das Wetter war nicht 100%ig gut, aber
wenigstens hat es nicht geregnet. Wir konnten eine Menge Wasserfaelle sehen und sind gemuetlich durch geschippert. Vor dem Dinner hatten wir die Moeglichkeit einen kurzen Ausflug auf einem kleinen
Motorboot zu machen und sind damit auf das offene Meer gefahren. Der Skipper hat uns ein paar schoene Stellen gezeigt. Zum Beispiel auch, wo man normalerweise Pinguine sehen kann. Allerdings waren
wir ein paar Wochen zu spaet, denn die Pinguine hatten das Gebiet schon verlassen. Einige Leute haben sich ein Kajak geschnappt und haben ein wenig selbst gerudert. Unsere Jungs sind vom Deck des
Schiffes ins eiskalte Wasser gesprungen. Das sah so erfrischend aus, dass Peta und ich auch unbedingt ins Wasser wollten. Also schnell meinen Verband wasserdicht gemacht, Badeanzug angezogen und
rein... wisst ihr wie kalt 14 Grad sind??? Seeeehr kalt. Habs nicht wirklich lange ausgehalten und mich lieber zu den anderen in die Sonne gelegt.
Nach dem Dinner wurde verschiedene Spiele wie Monopoly, Scrabble usw. rausgeholt. Ich habe Richard, Alex, Sandra und Scott Phase 10 beigebracht... das alles natuerlich auf Englisch. Hat super
geklappt. Scott und ich haben bis zur letzten Minute um den Sieg gekaempft, aber natuerlich habe ich gewonnen. Als wir fertig waren, sind die anderen schon laengst im Bett verschwunden und ich bin
dann auch in meine Kabine geschluepft.
Als ich aufgewacht bin, war der 24. Dezember. Ein sehr merkwuerdiges und anderes, aber nicht schlechtes Weihnachten. Das Fruehstueck war sehr frueh, aber es war schoen anzusehen, wie alle total
verschlafen mit ihren Weihnachtsmuetzen am Tisch sassen. Nochmal konnten wir die tolle Landschaft geniessen und haben sogar ein paar Seehunde gesehen. Gegen 9 ging es wieder an Land und zurueck in
den Bus. Dort haben wir den ganzen Tag Weihnachtslieder gehoert und gesungen und wurden teilweise dann doch sentimental.
Den Tag haben wir mal wieder im Bus verbracht und bis auf ein paar kurze Foto-Stopps gab es nicht viel zu sehen. Gegen Nachmittag sind wir in Lake Ohau angekommen, wo wir unsere Zimmer mit Seeblick
bezogen haben. Normalerweise hat man hier einen wunderschoenen Blick auf Mount Cook, aber wir hatten nur einen wunderschoenen Blick auf eine Menge Wolken.
Nach dem Dinner habe ich meine Weihnachtsgeschenke ausgepackt, die Linda mir mitgegeben hat. Viele suesse kleine Geschenke, wie zum Beispiel Handcreme oder eine Geldboerse, und eine Flasche
Champagner. Total suess.
Abends war eine Christmas-Party geplant. Am Nachmittag wollten wir uns eigentlich mit weihnachtlichen Kostuemen austatten, aber das Warehouse hatte alle Weihnachtsmuetzen usw. schon ausverkauft.
Also war Kreativitaet gefragt. Ich habe mir Schneemann-Ohrringe und Geschenkband gekauft, aus dem ich mir dann ein Haarband gebastelt habe.
Kate und Scott hatten schon vorher was gekauft und sind beide als Mrs. Santa Claus im Rock aufgetaucht. Zum Schiessen. Die Party hat in der Bar des Hotels stattgefunden und mal wieder haben wir auf
den Tischen getanzt. Eine andere Reisegruppe von einem aehnlichen Unternehmen war auch da, aber mit denen war nicht viel anzufangen. Bei uns ging die Party. Spaeter am Abend sind Stefan, Sandra und
ich nach draussen gegangen und haben deutsche Weihnachtslieder gesungen. Das war ein sehr weihnachtlicher Moment, in dem ich viel an zu Hause denken musste, aber es war total schoen. Es ist ja auch
kein Weihnachten, ohne die richtigen Lieder.
Als die meisten im Bett waren, haben wir uns traditionell in einem Hotelzimmer getroffen und Uno gespielt (das ist das Eierbacken unserer Bustour).
Natuerlich waren wir mal wieder uebermuedet am naechsten Tag, aber gluecklicherweise stand wieder ein langer Bustag an. Obwohl ich mir was besseres vorstellen konnte als den ersten
Weihnachtsfeiertag in einem Bus zu verbringen, war die Stimmung doch gut. Die Lunchpause haben wir in Lake Tekapo verbracht, ein kleiner gemuetlicher Ort mit einem schoenen See und einer tollen
kleinen Kirche.
Unser Tagesziel war Christchurch, wo die Bustour auch endete. Diese 2 Wochen gingen sooo schnell rum, ich habe eine Menge Freundschaften geschlossen, viel Spass gehabt, viel gegessen, viel
getrunken, viel gesehen, viel erlebt und die Zeit einfach nur genossen.
Hier in Christchurch habe ich im Base-Hostel eingecheckt und bin zum Glueck mit Pim aus Holland in einem Zimmer. Wenigstens ein bekanntes Gesicht, auch wenn er heute leider schon abreist. Viele
andere bleiben noch laenger hier und deshalb habe ich mein Hostel fuer die naechste Nacht auch gecancelt und bleibe etwas laenger. Heute abend gehen wir zum Abschied nochmal richtig schoen
Cocktails trinken. Ausserdem habe ich mich mit Scott schon fuer Ende Dezember in Queenstown verabredet. Es ist beruhigend zu wissen, dass ich ihn genau wie Irene, Beth und Vanessa bald wieder
treffe, weil ich gestern irgendwie in ein Loch gefallen bin. Ploetzlich ist mir bewusst geworden, dass ich ab jetzt alleine reise. Eigentlich hatte ich mich die ganze Zeit darauf gefreut, aber
nachdem ich die letzten Monate immer so viele nette Leute um mich rum hatte, ist es ein komisches Gefuehl auf mich allein gestellt zu sein und meine eigenen Entscheidungen treffen zu muessen.
Aber dennoch bin ich zuversichtlich, dass ich eine gute Zeit haben werde. Jetzt hole ich gleich erstmal mein tolles Auto ab und dann gehts weiter.
Bis bald,
Verena