Thursday, 18. december 2008 4 18 /12 /Dez. /2008 21:41

In Nelson angekommen, haben wir erstmal unser geniaaales Hotel bezogen. Wieder ein Vierer-Bett-Zimmer, aber in einer Art Turm mit Rundumsicht, einer Kueche, einem riesigen Bad mit Spa-Pool und Sauna. Das ist doch mal ein Backpacker-Leben. Im Innenhof konnte man gemuetlich zusammensitzen, was trinken und quatschen. was wir nach dem Dinner auch getan haben.
Am Mittwoch wurde es wieder aufregend. Ich habe mich fuers Skydiving angemeldet. Natuerlich war ich aufgeregt, aber es hielt sich noch in Grenzen. Vor allem, weil wir insgesamt 16 Leute waren und uns gegenseitig etwas beruhigen konnten. Um halb acht morgens (viel zu frueh) wurden wir vom Skydiving-Team abgeholt und in die Naehe vom Abel Tasman Nationalpark gefahren. Dort gab es erst mal ein kleines Video und wir konnten Fragen stellen. Und schon gings los. Vanessa und Beth (aus England) haben den Anfang gemacht. Jumpsuit angezogen, ins Flugzeug und los. Ich war mit Drew (aus England) und Chris (aus Australien) zusammen im Flugzeug. Du sitzt da eng aneinander gequetscht und versuchst die schoene Aussicht zu geniessen, aber es ist kaum moeglich.
Als wir die Hoehe 13.000 Fuss (ungefaehr 4.000 Meter) erreicht haben, ging die Tuer auf. Das ist der schrecklichste Moment. Ich hab nur gedacht: " Oh mein Gott, was mache ich eigentlich hier?" Ein paar kurze Sicherheitsinstruktionen und los gings. Ein Kameramann ist mitgeflogen und hat mich die ganze Zeit gefilmt bzw. Fotos gemacht. Erst ging es 50 Sekunden im freien Fall nach unten... ein geniales Gefuehl. Nach einer Sekunde gewoehnt sich der Koerper an die Situation und man hat nicht die ganze Zeit dieses Kribbeln im Bauch wie im Freefall-Tower. Es ist ein bisschen wie fliegen, nur ganz schoen kalt im Gesicht. Nach 50 Sekunden oeffnet der Tandemspringer den Fallschirm und danach ist es nur noch relaxtes durch die Luft Gleiten und die Aussicht geniessen. Es hat alles super geklappt und ich habe jede Sekunde genossen. Leider war ich den Rest des Tages auf einem Ohr taub, aber das war mir lieber, als mich uebergeben zu muessen, wie ein paar Englaenderin es getan haben. Abends haben wir alle Videos mit der ganzen Gruppe zusammen angeschaut und hatten dabei viel zu lachen. Man sieht wirkich bescheuert aus im freien Fall.
Nach dem Skydiven bin ich erstmal ins Krankenhaus gegangen (keine Angst, meinem Finger geht es gut. Wollte ihn nur mal checken lassen) und hab dann den Nachmittag am Strand mit Nikki verbracht. Total schoen, in der Sonne zu liegen und zu entspannen nach so einem Abenteuer.
Abends hatten wir alle zusammen ein leckeres BBQ und sind total muede ins Bett gefallen.

Donnerstag hiess es wieder Rucksack packen und weiter gings zur naechsten Activity. Nach einer 4-stuendigen Fahrt sind wir in Kaikoura angekommen, das fuer seine Delfin- und Waltouren bekannt ist. Ich hatte eine Bootstour gebucht, die das Schwimmen mit Delfinen angeboten hat. Alastair, Amy und Sandra und ich haben schoene dicke Taucheranzuege bekommen, sowie eine Tauchermaske, Schnorchel, Flossen usw. Nachdem wir uns ein Video angeschaut haben, was wir beachten muessen und wie wir das Interesse der Delfine wecken koennen, ging es mit dem Bus zum Hafen. Dann aufs Boot und nach ca. 20 Minuten konnten wir die ersten Delfine sehen. In dieser Gegend sind es absolut wilde Tiere, die werden nicht trainiert, nich angelockt, nicht gefuettert, oder aehnliches. Wir hatten echt Glueck mit dem Wetter und haben insgesamt ca. 300 Delfine gesehen. Unglaublich. Nachdem wir uns fertig gemacht haben, konnten wir ins Wasser. Leute, sowas Unglaubliches hab ich echt noch nie erlebt. Du schnorchelst durchs Wasser und siehst Delfine ueberall. Staendig waren ungefaehr 10-20 Delfine direkt um mich rum, ueber mir, unter mir, an meiner Seite. Teilweise waren sie nur Zentimeter entfernt und ich konnte spueren, wie sie an mir vorbeigezischt sind. Habe ein paar Fotos mit einer Unterwasserkamera gemacht, bezweifle aber, dass die was geworden sind. Die ganzen Tricks mussten wir gar nicht anwenden, denn die Tiere waren total interessiert an uns und haben uns ausgecheckt. Auf dem Rueckweg zum Hafen haben wir noch riesige Albatrosse gesehen, die ganz knapp uebers Wasser geflogen sind.
Wir wurden mit dem Bus von den anderen abgeholt und haben uns auf den Weg nach Christchurch gemacht. Ich war zwar noch nie in England, aber es sieht alles sehr britisch aus dort. Unser Hotel fuer diese Nacht war der Hammer. Sehr gross, sauber, luxurioes. Nach dem Check-in sind wir alle schnell unter die Dusche gesprungen und haben uns fuers Dinner fertig gemacht. Es war Chelseys letzter Abend, weil sie Weihnachten frei hat und deshalb wollten wir alle nochmal richtig feiern gehen. Das Restaurant war ueberhaupt nicht gut. Ich hatte einen teuren Salat, der nur aus ein paar Salatblaettern und anderen Sachen bestand, eine sehr mickrige Portion und auch nicht besonders lecker. Wir haben uns dann eher ans Bier gehalten.
Anschliessend ging es in einen Club mit ganz guter Musik und sehr guenstigen Getraenken. Sonderangebot: 3 Dollar fuer alle Getraenke. Wir haben viele Fotos gemacht und hatten die Gelegenheit uns alle noch besser kennenzulernen. Der zweite Club war nicht so besonders und deshalb hab ich der Muedigkeit nachgegeben und bin mit ein paar anderen ins Hotel zurueckgelaufen. War aber ein echt schoener Abend.
Freitag morgens sind neue Leute zur Gruppe gestossen... wieder viele aus England, ein Maedel aus der Karibik, ein Hollaender, zwei aus Malaysia... soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, sind alle ganz nett.
Da es ziemlich geregnet hat, haben wir unseren Stadtrundgang etwas verkuerzt (zum Glueck komme ich ja nochmal nach Christchurch) und sind dann Richtung Westen durch die Southern Alps gefahren. Trotz Regen hatten wir nen tollen Ausblick auf wunderschoene Berge und Waelder. Wieder sehr aehnlich mit unseren Alpen.
Gegen nachmittag haben wir unser Tagesziel erreicht. Die Flock Hill Lodge irgendwo im nirgendwo. Die Stimmung war nicht sooo toll, weil es immer noch am Regnen war und wir nicht wirklich fit. Aber die Zimmer waren ok und wir konnten erstmal trocknen. Nach ner kurzen Entspannungspause ging es mit dem Besitzer der Farm auf eine Rundtour (und schon wurden wir wieder nass). Erst hat er uns die Arbeit seiner Hunde mit den Schafherden gezeigt, was ziemlich interessant war und anschliessend hat er uns gezeigt, wie ein Schaf geschoren wird und was es alles darueber zu wissen gibt.
Danach hatten wir einen chilligen Tag mit Afternoon Tea und verschiedenen Spielen... Trivial Pursuit mit Englaendern und als einzige Nicht-Englischsprachige... sehr lustig. Manche Fragen wusste ich sogar ;) Zwischendurch ist immer mal der Strom ausgefallen, was uns gezeigt hat, dass wir echt am Arsch der Welt waren. Ausserdem gab es natuerlich keinerlei Handynetz.
Der Regen hat den ganzen Abend, die ganze Nacht und den naechsten Tag angedauert... ohne Pause. Das macht depressiv. Wir sind heute die Westkueste runtergefahren, haben viele lustige Partyspiele gespielt (Mama, da ist bestimmt was fuer deine naechsten Partys dabei) und sind nachmittags am Fox Glacier angekommen. Unser Hotel ist in einem kleinen Dorf (Einwohnerzahl ganze 75) und eigentlich hatte ich eine Wanderung auf dem Gletscher gebucht. Bei diesem doofen Wetter hab ich es aber wieder abgesagt, weil ich im Januar ja sowieso nochmal in der Gegend bin und die Wanderung dann hoffentlich nachholen kann. Die meisten sind jetzt im stroemenden Regen irgendwo in Eishoehlen, waehrend ich im ueberhitzten Internetcafe sitze und euch meinen Bericht schreibe.

Hoffentlich wird das Wetter bald besser, denn wir haben noch viel vor.
Unglaublich, dass ich es vor einer Woche noch bereut habe den Bustrip gebucht zu haben... es ist wirklich ein tolles Erlebnis und wir machen viele Sachen, die ich alleine nicht gemacht haette oder gar nicht haette machen koennen.
Jetzt schau ich mal, ob mein Geld noch reicht um Fotos online zu stellen und melde mich wahrscheinlich aus Queenstown wieder.
Viele liebe Gruesse
Verena
von Verena
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