Viele Gruesse an alle von der Suedinsel Neuseelands. In den letzten Tagen ist extrem viel passiert und ich versuche mal alles ein wenig zu beschreiben. Bevor ich Auckland also verlassen musste, war
ich nochmal mit Mona im Kino (High School Musical, selten was kitschigeres gesehen but I loved it *g*), hab meine Sachen gepackt, Abschiedsgeschenke an die Gastfamilie verteilt, Weihnachtsgeschenke
bekommen, hab mich von Tetsu und Rumiko auf deren Graduation verabschiedet und war beim Frisoer. Hab mir den Ansatz faerben lassen und es sieht schrecklich aus. Bin heilfroh, wenn das wieder meine
Heim-Friseurin uebernehmen kann. Und dann war es soweit... Linda hat mich liebenswerterweise (an ihrem 50. Geburtstag) in die Stadt gefahren und ich habe die ersten Leute getroffen, die die
naechsten 2 Wochen mit mir durchs Land touren werden. Ich war positiv ueberrascht... der Busfahrer Gary und unser Host Chelsey sind zwei ganz liebe und lustige Leute und die ganze Gruppe ist ein
verrueckter, aber liebenswerter Haufen. Meine groesste Befuerchtung nur Deutsche im Bus anzutreffen, hat sich zum Glueck nicht erfuellt. Ausser mir sind nur 3 andere Deutsche dabei und die sprechen
auch groesstenteils Englisch. Dafuer ist mehr als die Haelfte der Leute aus England, was ich aber toll finde. Ansonsten sind noch ein paar Brasilianer dabei, 2 Koreaner, 3 Australier, ein Schwede,
eine Schweizerin und ein Ami. Bin wie gesagt total gluecklich mit der ganzen Gruppe. Dann gings los. Wir haben Auckland verlassen und uns nach einem kurzen Stopp in Hobbiton auf den Weg nach
Rotorua gemacht. Zwischendurch mussten wir uns alle kurz am Mikro vorstellen, was ganz lustig war, und haben ein Weihnachtslied in 5 verschiedenen Sprachen eingeuebt, das wir spaeter am Abend noch
gebraucht haben. Und zwar hatten wir die Ehre eine traditionelle Begruessungszeremonie in einem Maori-Marae mitmachen zu duerfen. Das ist ein grosses verziertes Haus, das den Maori-Familien als
Treffpunkt und "Haupthaus" dient. Leider durften wir keine Fotos oder Videos waehrend der Zeremonie machen. Nick (unser Gastgeber fuer den Abend) hat uns begruesst und uns erklaert wie das Ganze
ablaufen wird. Wir mussten uns also ganz langsam diesem Haus naehern, um zu zeigen, dass wir in Frieden kommen. Die Maenner mussten an unserer Seite laufen (damit sie uns bei einem Angriff
verteidigen koennen). Nachdem wir unsere Schuhe ausgezogen haben, durften wir eintreten. Ein aelterer Maori hat eine Rede auf Maori gehalten und ein Lied gesungen. Danach mussten wir unser tolles
Weihnachtslied praesentieren. Dann wurde ein Geschenk ueberreicht und wir waren aufgenommen. Das Ganze wurde mit dem Hongi (Beruehren der Nasenspitzen) besiegelt. War voll interessant das mal
miterlebt zu haben. Gary hat uns auch beteuert, dass nur wenige Touristen die Moeglichkeit bekommen, das in einer richtigen Maori-Familie mitzumachen. Da wir das einmal hinter uns gebracht haben,
gehoeren wir jetzt sozusagen zur Familie und koennen jederzeit wiederkommen. Das ist doch was. Wir haben an diesem Abend noch viel zusammen gesessen, was gegessen und getrunken und viel ueber die
Maoris gelernt. Anschliessend haben wir alle zusammen noch einen kleinen Spaziergang unternommen und uns schon mal den Wasserfall angeschaut, den wir am naechsten Tag runterraften wollten. Der
Abschluss war in einem deutschen Biergarten mit deutschem Bier. Ich bevorzuge ja eher neuseelaendisches Bier, aber naja.
Bevor wir in diesem wunderschoenen Marae schlafen gegangen sind, gab es noch eine Frage-Antwort-Stunde mit Nick und den Maoris, in der wir sie ueber die Kultur und ihre Gewohnheiten ausquetschen
konnten. War total interessant. Dann gings ans Schlafen... 25 Leute in einem grossen Marae mit Matratzen auf dem Boden. Konnte nicht wirklich schlafen, hab es aber trotzdem genossen.
Am naechsten Tag haben wir schnell noch ein Gruppenfoto geschossen und uns schon wieder auf den Weg gemacht. Diesesmal allerdings nur ein paar Kilometer weiter nach Rotorua in unser Motel Alpin.
Ich hatte ein Viererzimmer mit 3 lieben Englaenderinnen (Drew, Nikki und Dee)... eigentlich war es eher ein Bungalow und dazu mit einem Outdoor-Warmwasser-Pool. Toll, he? Wir haben uns in Rotorua
das Whakarewarewa-Village angeschaut, in dem ich ja schonmal war, aber ich fands trotzdem gut.
Nachdem wir uns im Hotel umgezogen haben, wurden wir langsam nervoes, denn ein paar von uns hatten sich fuer das White Water--Rafting auf dem Waikato-River angemeldet... ich natuerlich auch. Wir
haben Rettungswesten und Helme bekommen, die letzten Instruktionen angehoert (was man zum Beispiel machen muss, wenn das Boot umkippt) und dann gings schon los. Wir haben uns auf 3 Boote verteilt
und das Rudern war ganz schoen anstrengend. Die ersten kleinen Wasserfaelle waren ganz easy, aber die Nervositaet stieg, als wir dem grossen 7m-Wasserfall naeher kamen. Nochmal die Sitzposition
geuebt und runter gings. Zum Glueck ist das Boot nicht gekippt, was allerdings gute Fotos gegeben haette. Wir hatten auch ne Menge Spass zwischen den Booten... die Teams haben staendig versucht
sich gegenseitig nass zu spritzen oder ins Wasser zu werfen und teilweise ist das auch gelungen. Das Schwierigste des Ganzen war, am Ende das Boot zum Auto tragen zu muessen ;)
Abends bin ich allein zum Lake Rotorua gelaufen, hab mich dort in den Rosengarten gesetzt, frische Erdbeeren gegessen und in mein neues Reisetagebuch geschrieben, dass Linda mir geschenkt hat.
Abends haben wir alle zusammen gesessen... teilweise komplett im Pool, teilweise nur mit den Fuessen und haben gequatscht. Wir verstehen uns echt alle sehr gut.
Am Montag (nach einem sehr guten Fruehstueck) hiess es back on the road again und ab nach Taupo, wo ein paar Bungee Jumping gemacht haben. Dieses Mal habe ich mir natuerlich das Geld gespart, die
Bungee-Erfahrung habe ich ja schon.
Danach sind wir in einen Second-Hand-Shop gefahren, der die Erloese wohltaetigen Zwecken spendet und uns mit lustigen oldfashion-Klamotten eingedeckt. Ich hab nen Rock und ein T-Shirt fuer zusammen
3,80 Euro gekauft.
Die Mittagspause war in Taihape, das dafuer bekannt ist, dass dort jedes Jahr die Regenstiefel-Weitwurf-Weltmeisterschaft stattfindet. Spannend, he? Passenderweise hiess das Restaurant auch
Gumboot.
Am spaeten Nachmittag sind wir in der Hauptstadt Wellington angekommen, haben unser Hostel bezogen und uns fuer den Abend fertig gemacht. Aufgestylt in unseren bunten lustigen Klamotten aus dem
Second-Hand-Shop gings zum Bowling. Das war n Spass und gab schoene Fotos. Guenstig wars auch... 2 Spiele, Schuhe, Pizza und 2 Bier fuer 25 $. Mein erstes Spiel war ziemlich gut und deshalb bin ich
etwas leichtsinnig geworden und habe mit Nate aus New York eine Wette fuers zweite Spiel abgeschlossen. Wer besser bowlt, muss den Rucksack des anderen vom Bus zum Hotel tragen und das bis zum Ende
des Trips. Bloederweise hab ich verloren (haette wohl vorher mit dem Bier aufhoeren sollen). Aber kann ja nicht schaden, jeden Tag zweimal laufen zu muessen... wenn mans mal positiv sieht. Und es
war auf jeden Fall den Spass wert.
Am Ende wurde "unser Lied" gespielt, das wir jeden Tag als erstes hoeren und die Stimmung war der Hammer. Wir sind dann auch gleich in die naechste Bar gezogen, die zu unserem Hostel gehoerte...
wir gehen rein und das erste, was wir hoeren ist "99 Luftballons" auf deutsch! Schon mal ein guter Anfang. Die restliche Musik war auch genial, ein toller Mix aus alt und neu. Wir haben den ganzen
Abend nur auf Tischen getanzt und hatten ne geniale Party. Mensch bin ich froh, dass ich diese Tour gebucht hab. Sonst waere mir das alles ergangen. Fuer alle, die mal nach Wellington kommen: Die
Bar "Blend" is the place to go! Und am Ende mussten wir nur ne Treppe hoch laufen und waren schon in unserem Zimmer.
Ein paar Stunden spaeter haben an dem Tisch gefruehstueckt, auf dem wir vorher getanzt haben. Lustig.
Danach gings muede und verkatert auf eine kleine Busrundfahrt durch Wellington, das sehr huegelig und windig, aber schoen ist. Der Flughafen Wellington zaehlt sogar zu den 10 gefaehrlichsten der
Welt, weil der Wind so stark sein kann. Und da die meisten ihre Haeuser auf Huegel bauen muessen, sieht man an den reichen Haeusern ganz viele Aufzuege auf Schienen, die von der Strasse zum Haus
fuehren.
In Wellington ist auch das National Museum "Te Papa". Vergleichbar mit dem Auckland Musuem war es sehr interessant und auch ziemlich interaktiv. Man konnte viele Sachen ausprobieren, Spiele spielen
usw. Im Moment wird dort eine echte Riesenkrake ausgestellt. Ausserdem konnte man viel ueber die Maoris und Neuseeland an sich lernen. Lustigerweise hab ich Krissi dort getroffen, die ich ja aus
Auckland kenne. Das Land ist wirklich klein.
Zum Lunch hab ich mal die neuseelaendischen Bagels probiert, die natuerlich lange nicht so gut sind, wie die daheim.
Anschliessend ging es auf die Faehre von der Nord- auf die Suedinsel, oder genauer von Wellington nach Picton. Wir haben es uns erstmal auf dem riesigen Schiff (das sogar ein Kino hat) gemuetlich
gemacht und mit 10 Leuten Uno gespielt. Die ganze Ueberfahrt dauert ca. 3-4 Stunden und geht durch die wunderschoenen Marlborough Sounds im Norden der Suedinsel.
Sobald wir mit dem Bus von der Faehre gefahren sind, konnte man die Veraenderung der Landschaft erkennen. Die Suedinsel sieht eher aus wie die Schweiz, mit ganz vielen Bergen. Unterwegs im Bus
haben wir ein paar Spiele gespielt und einen Film geschaut, um uns die Zeit zu vertreiben, aber man wird auch nicht muede aus dem Fenster zu schauen. Die Aussicht ist ueberall schoen.
Weiteres kommt spaeter...