Thursday, 11. december 2008 4 11 /12 /Dez. /2008 03:19
Meine Zeit in der schoenen Stadt Auckland neigt sich also dem Ende zu.
Mein letzter Schultag ist schon fast eine Woche her und die Graduation war zum Teil schoen, zum Teil aber auch traurig, weil wir alle auseinander gehen muessen. Susi hat (in Vertretung fuer Richard) eine schoene kurze Rede gehalten und dann haben wir kurz was gesagt. Mein Zertifikat ist unerwartet gut ausgefallen. Habe ueberall die Note "excellent" und das als einzige der Klasse.
Wir haben mal wieder viele Fotos geschossen und sind danach Essen gegangen. Zu Hause angekommen wurde es wieder ernst... so ein Examen schreibt sich nunmal schlecht, wenn man nicht gelernt hat.
Mit Lisa und Vera habe ich letzte Woche auch ein tolles Fischrestaurant am Hafen ausprobiert. Musste an Papa denken, der das mit Sicherheit geliebt haette. Wir haben eine riesige Fischplatte fuer 3 Personen bestellt... mit ganz frischen Varianten von Fisch und Meeresfruechten. Habe sogar Muscheln gegessen, nur bei den Austern hab ich mich geweigert. Vera und Lisa waren da mutiger, aber habens nach einer dann auch gelassen. Der Rest war aber auf jeden Fall himmlisch. Auf dem Heimweg sind wir auch mehr gerollt, als gelaufen... so voll gegessen waren wir.
Am Nikolaustag hab ich mit Conny und Emmie einen organisierten Ausflug nach Hobbiton gemacht... das kleine Dorf im Auenland aus "Herr der Ringe". Ich wusste vorher schon, dass die Haeuser da nicht mehr so gut ausschauen wie im Film und dass man nur noch wenig erkennen kann und hatte dementsprechend auch geringe Erwartungen. Aber es war trotzdem interessant und schoen gemacht. Vor allem hatten wir geniales Wetter, was sehr viel zur guten Stimmung beigetragen hat. Da stehen wir im prallen Sonnenschein im Office von Hobbiton und aus den Lautsprechern droehnt "I'm dreaming of a white christmas". Zum Schiessen.

Die Fuehrung ueber das Gelaende war sehr interessant. Wir haben ne Menge Details und Anekdoten ueber die Drehzeit erzaehlt bekommen und die Koepfe darueber geschuettelt, wie verrueckt die Amis doch sein koennen. So wie etwa die Geschichte ueber den Baum, der im Roman auf Bilbos Hoehle steht. Peter Jackson suchte erst den perfekten Baum fuer die Szene. Er liess den Baum dann zersaegen und die Einzelteile nummerieren. Studenten der Uni Auckland verbanden dann am Drehset die Einzelteile mit Drahtseilen, bis er wieder komplett dastand. Die mittlerweile nicht mehr vorhandenen Blaetter, wurden durch falsche aus Taiwan ersetzt. Dieser Aufwand wurde betrieben fuer eine Szene, in der der Baum nur wenige Sekunden zu sehen war. Verrueckt.
Anschliessend haben wir noch angeschaut, wie ein Schaf geschoren wurde (Hobbiton ist eigentlich eine Schaffarm) und durften kleine Laemmer mit einer Milchflasche fuettern.
Unsere Lunchpause hatten wir in Cambridge und sind dann weiter zu den Hamilton Gardens gefahren. Ein schoenes grosses Gelaende bestehend aus Gaerten mit verschiedenen Stilrichtungen. Hier kann man wirklich alles finden... einen englischen Blumengarten, einen modernen  Ami-Garten, mediteran italienisch, japanisch, indisch, Maori... alles was das Herz begehrt. Und bei dem herrlichen Sonnenschein noch umso schoener.
Zu Hause haben wir den Abend noch gemuetlich einer Flasche Wein auf der Terasse ausklingen lassen. Linda's Freundin Jeanine war da und wir haben uns gut unterhalten. So lernt man Englisch doch am besten und einfachsten.

Am Sonntag wollten Anne und ich gleich wieder das Wetter ausnutzen und haben uns mit Daniela am Takapuna-Strand getroffen. Das ist ein wirklich schoener Sandstrand mit Blick auf Rangitoto, aber natuerlich an einem Sonntag total ueberfuellt. Wir haben es trotzdem genossen, wenn ich auch nur mit den Fuessen ins Meer durfte, weil ich keinen wasserfesten Verband am Finger hatte. Echt ne Schande, weil das Wasser angenehm warm war.
Teilweise hab ich mich echt wie in Florida gefuehlt mit den Palmen, dem Meer und der Sonne.
Nach ein paar Schwierigkeiten den richtigen Bus nach Hause zu finden, mussten wir uns ganz schoen beeilen, weil am Abend mein grosses Abschiedsdinner geplant war. Richard und Linda haben ein tolles Essen gezaubert und sogar eine Pavlova fuer mich gemacht. Das ist ne ganz leckere, typisch neuseelaendische, Nachspeise. Sogar Vera war zum Essen eingeladen und am Ende gabs auch noch Geschenke fuer mich. Meine Gastfamilie ist sooo lieb und macht es mir echt schwer Auckland zu verlassen.
Montag und Dienstag waren nicht so angenehm. Hab eigentlich kaum was anderes gemacht als zu Lernen, schonmal meine Klamotten zu sortieren und teilweise wegzupacken und zu versuchen mich ein wenig zu entspannen.
Ja, und dann war der grosse Examenstag da. Die Aufregung hielt sich in Grenzen, als ich in die Uni Auckland angekommen bin, wo der Test stattfand. Unser Pruefungssaal sah genauso aus wie die Muschel in Mainz und deshalb hab ich mich schon gleich wie daheim gefuehlt ;)
Das Examen an sich war schon ganz schoen schwer... vor allem der Grammatik-Teil. Beim Writing mussten wir einen informalen Brief und einen Artikel schreiben. Die Themen waren leicht, mein Ergebnis nicht ganz so zufriedenstellend. Der Listening-Teil war gut und der Reading-Teil eher mittelmaessig. Aber das Spekulieren hilft ja doch nichts... jetzt heisst es bis Ende Januar warten, wenn ich das Ergebnis bekomme. Wenigstens ist die doofe Lernerei endlich vorbei und der Urlaub kann kommen.
Gestern abend musste unser "Erfolg" natuerlich gleich gefeiert werden. Wir sind erst thailaendisch essen gegangen (sehr lecker) und danach in eine Karaoke-Bar gezogen. Warum habe ich nur  "ein Lied in einer Karaoke-Bar singen" auf meine To-Do-Liste gesetzt??? Keine Ahnung, aber gestern musste ich dann ran. Alle Lieder, die ich gerne gesungen haette, waren nicht auf der Liste und deshalb musste ich mich fuer "SOS" von ABBA entscheiden. Muss sich schrecklich angehoert haben, aber ich hatte Spass. Und ausserdem kennt mich hier ja keiner :)
Dann kam der grosse Abschied von Enrico, Ayumi, Mathias, Emmie und Daniela, weil ich alle vor meiner Abreise nicht mehr sehen werde. Sooo traurig, wir waren echt ne tolle Gruppe und ich werde alle total vermissen.
Naja, ich war jedenfalls mit Mona vorm Margaritas verabredet und habe mich mit ein paar lustigen Kiwi-Leuten unterhalten, waehrend ich auf sie gewartet habe. War echt lustig. Schliesslich hab ich mir mit Mona ein Taxi geteilt, weil sie bei mir um die Ecke wohnt.

Tja, und heute ist schon Donnerstag und ich bin noch weniger als 48 Stunden in Auckland.
Ich hoffe mal, dass meine Verletzung meine Reise nicht gefaehrdet... habe mich auf jeden Fall heute komplett mit Verbandsmaterial und Pflaster ausgestattet und Aerzte gibt es schliesslich auch auf der Suedinsel.
Von da werde ich mich wohl auch das naechste Mal melden.
Machts gut und trinkt mal einen Gluehwein fuer mich mit.
Alles Liebe, Verena
von Verena
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