Wednesday, 3. december 2008 3 03 /12 /Dez. /2008 05:04

Leute, hier ist Sommer.
Habe gerade eine Stunde in der Sonne gesessen und Harry Potter gelesen (natuerlich auf Englisch). Das hab ich mir verdient, nachdem heute meine muendliche Examenspruefung war. Was kann ich sagen? Es war ok, ich konnte jede Frage mehr oder weniger gut beantworten und hab auch ab und zu ein paar schwierige Vokabeln einbauen koennen. Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden und endlich ist es vorbeeeeiiii! Daniela und ich hatten zum Glueck zusammen Pruefung, also musste ich mich nicht auf jemanden Fremden einstellen und wir haben sehr gut zusammengearbeitet, weil wir es ja gewohnt sind und uns gut kennen. Fuer die anderen war es auch ganz in Ordnung. Jetzt muessen wir uns auf die schriftliche Pruefung naechsten Mittwoch vorbereiten, aber das schaffen wir auch.
Ansonsten war ich in der letzten Woche oefters in der Stadt unterwegs in Pubs und nem Club. Mal mit Julia, die mit uns das Tongariro-Crossing gemacht hat und mal mit Vera und Maria. Im O'Carrolls haben wir lustige Brasilianer kennen gelernt und konnten kostenlos Sekt trinken (lady's night).
Unglaublich wie schnell die Zeit rum geht, jetzt ist schon meine letzte Schulwoche angebrochen. Richard hatte letzten Freitag schon den letzten Schultag mit uns, weil er am Wochenende in seinen (wohlverdienten) Indien-Urlaub aufgebrochen ist (mit Aufenthalt in Bangkok, hoffentlich ist er gut angekommen). Natuerlich wollten wir ihm ein kleines Geschenk machen und haben uns dafuer entschieden ihm eine Schokotorte zu kaufen. Also sind Tetsu, Emmie und ich am Donnerstag losgezogen und haben die Konditoreien abgeklappert. War auch gar nicht so leicht eine zu finden, die uns das anbieten konnte, was wir wollten. Schliesslich haben wir eine Torte mit der Aufschrift "We profusely apologise that we have to leave you" bestellt. Das ist ein kleiner Joke innerhalb unserer Klasse "to apologise profusely" ist ziemlich altmodisch, aber wir haben es in jeder Situation genutzt. Richard hat auch ziemlich gelacht und sich gefreut. Deshalb haben wir Freitags auch nich wirklich Unterricht gemacht, sondern sind ins Cafe gegangen.

Danach bin ich in die Stadt gefahren und hab mich mit Maria, Lisa und Lara in Parnell getroffen, um ein Auto auszuleihen. Dieses Wochenende haben wir auch ein richtiges Schnaeppchen erwischt. Ein toller Kombi fuer 126$ fuer 3 Tage. Supi. Nachdem wir Vera abgeholt und gefuehlte 3 Stunden im Supermarkt verbracht haben, ging es auf in den Norden. Schon komisch, in Europa wuerde man nie 6 Stunden Fahrt (oneway) nur fuer ein Wochenende am Strand auf sich nehmen, aber hier ist das ganz normal, weil alles so weit voneinander entfernt ist. Und ausserdem ist es wirklich guenstig. Mit 5 Leuten im Auto war es zwar ziemlich eng, aber wir sind ja nicht so anspruchsvoll. Die meiste Zeit hat es geregnet und unsere Hoffnungen auf ein schoenes sonniges Wochenende wurden immer kleiner. Aber sobald wir am Taputaputa-Strand in der Naehe von Cape Reinga ankamen, hat es aufgehoert. Leider war es schon stockdunkel, deshalb haben wir unser Auto so geparkt, dass wir unser Zelt im Scheinwerferlicht aufbauen konnten. Ein 3-Personen-Zelt fuer 5 Leute?! Naja, wir sind ja nicht so anspruchsvoll ;) Jeden, der jetzt an deutsche Camping-Plaetze denkt, wo die Zelte eng nebeneinander stehen und man Stunden zu einem See laufen muss, muss ich jetzt berichtigen. Wir waren 10 Meter vom Strand entfernt, irgendwo im nirgendwo, und ausser uns waren nur ein paar Campervans zu sehen.
Nachdem das Zelt endlich stand, hatten wir Zeit den wunderschoenen Sternenhimmel zu beobachten. Sowas habe ich noch nie gesehen... und ich kann es auch nicht wirklich beschreiben... am Himmel konnte man Millionen von leuchtend hellen Sternen sehen... noch besser als in jedem Planetarium. Unglaublich. Nicht so wunderschoen war die Wasserversorgung (kaltes Nicht-Trinkwasser) und die Plumpsklos... aber wir sind ja nicht so anspruchsvoll ;) Die Nacht war kalt und sehr eng, aber ein paar Minuten Schlaf habe ich trotzdem bekommen.
Morgens bin ich sehr frueh aus dem Zelt gekrochen, hab mich mit Schlafsack an den Strand gelegt und den Sonnenaufgang beobachtet. Einfach Traumhaft. Nachdem die anderen auch aus den Federn gekrochen kamen, haben wir gefruehstueckt und uns gleich zum Sonnenbaden an den Strand gelegt. Schon schoen, so einen karibischen Traumstrand fuer sich allein zu haben. Ich kann nie wieder nach Mallorca!
Der ganze Tag war auch ziemlich chillig... Sonnenbaden, Spazieren gehen, vorsichtig baden (wegen meinem Finger) und alles in vollen Zuegen geniessen. Das Wetter war auch suuuper sonnig, anders als befuerchtet. Leider ist unser Auto nicht mehr angesprungen, weil die Batterie durch das naechtliche Scheinwerfer-Zelt-Aufbauen sehr gelitten hat, aber ein netter Maori hatte zum Glueck ein Jumper-Kabel mit und uns geholfen. Das ist der Nachteil, wenn man alleine am Ende der Welt ist... wir haetten seeehr weit laufen muessen, wenn er nicht gewesen waere, aber es ist ja nochmal alles gut gegangen.

Da Cape Reinga ja um die Ecke lag, konnten wir abends schnell hinfahren und den Sonnenuntergang mit Panorama-Blick anschauen. Mal wieder total schoen. Die naechste Nacht war noch kaelter, aber durch den abendlichen Wein, den wir uns gegoennt haben, gings dann doch einigermassen mit dem Schlafen. Anscheinend haben es sich ausser uns auch ein paar Moskitos im Zelt gemuetlich gemacht, denn am naechten Tag hatte ich sagenhafte 64 Stiche am ganzen Koerper. Egal, wir waren im Norden und das muss man geniessen. Also hatten wir nochmal einen halben Tag am Strand, bis wir unsere Sachen packen mussten und nach nem kurzen Stopp am Ninety-Miles-Beach nach Paihia gefahren sind. Dort haben wir Fish und Chips gegessen und Lara in einem Backpackers abgesetzt. Sie reist als Work & Traveller durchs Land und hat einen Job dort angenommen.
Anschliessend ging es auf die lange Heimreise und spaet in der Nacht sind wir endlich angekommen. Das Bloede ist, dass Maria ganz im Norden, Lisa ganz im Sueden und Vera und ich in der Mitte von Auckland wohnen, was nochmal ne Stunde Fahrerei kostet. Naja, mitten in der Nacht oder nicht... ich musste dringend unter die Dusche und bin dann totmuede ins Bett gefallen.
Seit Montag haben wir also einen neuen Lehrer... Andy... ein sehr lustiger, verrueckter Brite, mit dem wir viel Spass haben. Ein guter Ersatz fuer Richard. Leider hat sich mein Finger entzuendet, tut furchtbar weh und eitert, was bedeutet, dass ich wieder Antibiotika nehmen und jeden Tag ins Krankenhaus zum Verband wechseln muss. Total aergerlich, aber hoffentlich wird es bald besser. Fuehle mich schon ein wenig laediert mit meinen Moskitostichen und dem entzuendeten Fingernagel... aber wird schon. Bin da zuversichtlich.
Euch wuensch ich auf jeden Fall eine schoene Adventszeit. Ich habe ja nicht so viel davon, obwohl die liebe Anneke mir ja einen eMail-Adventskalender gemacht hat, aber die Sommersonne hat auch so ihre Vorteile.
Fotos kommen morgen.
Alles Liebe, Verena
von Verena
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Kommentare

Wie machst du das eigentlich mit dem Bezahlen der Rechnungen und anderen Dingen? Via E-banking direkt in NZ oder macht das jemand für dich? geiler blog übrigens
Kommentarnr1 gepostet von Dave am 3.12.2008 um 19h12
Das meiste mache ich ueber Online-Banking. Meine Post habe ich zu meinen Eltern umgeleitet und die informieren mich, wenn es etwas Wichtiges gibt und erledigen das teilweise fuer mich.
Antwort von Verena am 3.12.2008 um 20h22

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