Artikel teilen! Im Lande Mordor: Hallo zusammen, leider kann ich euch jetzt erst verspaetet Fotos zeigen... meine Kamera ist kaputt, nix geh ...
Hallo zusammen,
leider kann ich euch jetzt erst verspaetet Fotos zeigen... meine Kamera ist kaputt, nix geht mehr. Wollte sie heute reparieren lassen, war in ca. 10 Shops und habe ueberall die gleiche Antwort bekommen... es wuerde ca. 8 Wochen dauern und 200 Dollar kosten. So aergerlich, jetzt muss ich mir eine neue kaufen, weil ich keine andere Moeglichkeit habe. Vera ist in genau der gleichen Situation.
Habe nichtsdestotrotz ein schoenes Wochenende hinter mir und habe halt die Fotos von den anderen hier reingestellt.
Letzte Woche haben Anne und ich Plaetzchen gebacken (Zimtsterne). Naja, eigentlich hab ich gebacken und sie hat zugeschaut. Ausserdem waren es keine Sterne, sondern Kreise, weil wir leider keine Ausstechformen hatten, geschmeckt hats trotzdem. Am naechsten Tag hab ich die Haelfte der Kekse mit in die Schule genommen, weil wir noch ne Abschiedsparty mit Lisa gefeiert haben. Raus kam ne Menge Spass und Essen aus den unterschiedlichsten Laendern, von Sushi, ueber Koreanisch, Deutsch, Britisch... bunt gemixt.
Dann kam mein grosser Moment: Mein Termin im Tattoo-Studio. War ganz schoen aufgeregt und gespannt wie sehr es weh tun wuerde, aber die nette Dame war wirklich freundlich und hat mich
beruhigt. Hatte mir ja vorher schon ein Motiv ausgesucht und ihr meine Aenderungswuensche mitgeteilt und war mit dem Endergebnis, das sie gezeichnet hatte, sehr zufrieden. Das Stechen an sich hat
schon ziemlich weh getan, aber es war auszuhalten. Und jetzt habe ich einen wunderschoenen Silberfarn auf dem Fuss ( eins der Markenzeichen Neuseelands). Jetzt bin ich immer schoen am Cremen, es
verheilt super und tut ueberhaupt nicht weh. Wie gesagt: Foto kommt bald.
Meinem Finger geht es auch den Umstaenden entsprechend gut. Ich muss jeden zweiten Tag ins Krankenhaus zum Verband wechseln. Gehe immer vor der Schule, weil die Wartezeit zu dieser Zeit am
geringsten ist und die Leute kennen mich mittlerweile schon.
Das Examen kommt auch immer naeher, deshalb hatten wir letzte Woche mit unserem Lehrer Richard einen kompletten Speaking-Test in einer richtigen Testsituation, wurden dabei gefilmt und haben
danach das Video angeschaut und interpretiert. Ich war nicht schlecht und haette mit einer guten Note bestanden, was mich etwas beruhigt. Der richtige Test findet am 3. Dezember statt, also noch
ein wenig Zeit zum Lernen und Vorbereiten.
Diesen Freitag haben wir den naechsten Klassenkameraden verloren, der zurueck nach Korea muss. Lonnie hatte seine Graduation und auch er hat eine ganz tolle Rede gehalten. Am Ende hat er Richard
seinen Respekt auf Koreanisch erwiesen, ist auf die Knie gegangen, hat etwas in seiner Sprache gesagt und hat sich vor ihm verbeugt. Total schoen.
Es wurde mal wieder Zeit aus der Stadt rauszukommen, deshalb habe ich mich mit Ayumi und Enrico fuer eine organisierte Tour in den Tongariro-Nationalpark angemeldet. Der Bus kam am Freitag zur Schule und hat uns abgeholt. Erste Erkenntnis: Er war voll mit Deutschen und ein paar Japanern. Ueberall, wo man hinkommt, wird man von Deutschen verfolgt. Sie waren alle sehr nett, aber da einige leider nicht gut Englisch konnten, wurde zu viel Deutsch fuer meinen Geschmack gesprochen. Unser Busfahrer und Tourguide fuer dieses Wochenende war ein ganz lustiger Kiwi. Die Fahrt an sich dauerte ziemlich lang, wurde uns aber mit lustiger Musik versuesst (sogar DJ Oetzi war dabei ;) ) Dinner hatten wir in einem schoenen Restaurant mit einer kleinen Tierfarm und sind gegen halb zehn in unserem Hostel angekommen. Es war ganz schoen, sauber und gemuetlich, fuer ein Hostel echt gut.
Abends haben wir nicht mehr viel gemacht, denn am naechsten Tag stand Fruehstueck um 6.15 Uhr auf dem Programm. Wir hatten viel vor: Die Tongariro-Crossing-Wanderung. Erstmal ein paar Fakten... dieser Track ist laut einigen Experten eine der schoensten Ein-Tages-Touren der Welt und geht 20 km lang vorbei an einer vergleichlichen Vulkanlandschaft, die einen in seinen Bann zieht. Ich war total aufgeregt, weil sie konditionell sehr anspruchsvoll ist und ich nicht wusste, ob ich das wirklich schaffe... 8 Stunden laufen... eine grosse Herausforderung.
Es ging also los... der erste Teil ist noch sehr flach und verläuft auf gut angelegten Wegen und Holzstegen. Nach einer Stunde kam der erste Anstieg. Der Name "Devil's Staircase" also frei uebersetzt "die Treppe des Teufels" sagt eigentlich schon alles. Es war schon ziemlich steil und hat sich total gezogen. Zum Glueck war ich nicht die einzige, die geschwitzt und geschnauft hat und weil Julia und ich immer schoen voranmarschiert sind, hatten wir staendig kurze Pausen, waehrend wir auf die anderen gewartet haben. Wenn man sich so die Landschaft anschaut, hat man echt das Gefuehl in Mordor zu sein (und fuehlt sich genauso wie Sam und Frodo). Manchmal habe ich auch gedacht, auf dem Mond sieht es bestimmt nicht viel anders aus. Nach diesem Anstieg haben wir schon den ersten Schnee gesehen. Ein kurzes flaches Stueck und schon kam der naechste steile Part zum Red Crater. Der war zwar nicht so lang, dafuer aber steiler und mit sehr viel Geroell, nach dem Motto: zwei Schritte vor, einer zurueck und zwischendurch aufpassen nicht auszurutschen. Oben angekommen hatten wir einen tollen Ausblick von ca. 2000 Hoehenmetern und die Strapazen waren vergessen. Nur der Wind war total kalt und stark, aber das ist in den Bergen ja mehr oder weniger normal. Es hat schon was, um aktive Vulkane herumzulaufen... Mount Ngauruhoe ist Mount Doom aus "Herr der Ringe". Weiter gings nach unten... wieder sehr viel Geroell und total gefaehrlich. Gute Wanderschuhe sind hier unerlaesslich. Manche verrueckten Kiwis rennen hier einfach runter und rutschen mit den Steinen nach unten, ich habe aber bevorzugt heil anzukommen und bin Schrittchen fuer Schrittchen nach unten gerutscht. Bestaetigt wurde meine Vorsicht durch einen Helikopter, der gerade einen Wanderer mit gebrochenem Bein abholen musste. Auf der einen Seite sieht man das Lavafeld am Fusse des Red Craters, das Teile des Central Crater bedeckt. Auf der anderen Seite schillern die Emerald Lakes, die ihre leuchtend blaue Farbe durch die Mineralien des Gesteins erhalten. Der Dampf, der sich über den Seen erhebt, bringt den bekannten Schwefelgeruch (faule Eier!). Hier haben wir unser wohlverdientes Lunch genossen und schon ging es weiter. Die restlichen Stunden gingen hauptsaechlich bergab, teilweise durch Schnee und Eis, und waren einfach zu laufen. Eine letzte Pause und dann ging es das letzte Stueck durch einen Wald, an Wasserfaellen und heissen Quellen vorbei. Als wir am Parkplatz am Ende ankamen, waren wir alle sehr gluecklich und stolz aufeinander. Die Dusche am Abend war eine Wohltat und natuerlich haben wir in dieser Nacht alle geschlafen wie Babys. Ein grosser Nachteil des Tracks ist aber auf jeden Fall, dass er so touristisch ist... es ist Sommer und noch dazu Wochenende, also war es total ueberfuellt und manchmal musstest du mit anderen Touristen im Gaensemarsch laufen. Aber bei der schoenen Natur ist es natuerlich auch nicht verwunderlich, dass die Tour so beliebt ist. Wer die Einsamkeit sucht, sollte ich aber eine andere Wanderstrecke suchen (bleibt noch zu vermerken, dass mindestens jeder zweite Wanderer deutsch gesprochen hat ;))
Am Sonntag war dann eher Relaxing-Programm angesagt. Wir sind zu den Tawhai-Falls gefahren, die Schauplatz in den Herr-der-Ringe-Filmen waren. Als wir aus dem Bus ausgestiegen sind... oder eher gehumpelt... waren wir froh, nur 20 Minuten laufen zu muessen. So manche hatten Muskelkater oder schmerzende Knie vom Tag davor.
Weiter gings mit dem Bus ueber Taupo, Mittagessen in Rotorua (hab mal wieder Sushi gegessen) und naechster Stopp war Tauranga-Beach. Ein paar von uns sind ins Wasser gegangen, wir haben lieber die Surfer beobachtet und geschaut, wie mans richtig macht. Das sah schon besser aus, als unsere mickrigen Versuche letzte Woche. Leider hatten wir nicht viel Zeit und mussten bald wieder nach Auckland aufbrechen.
Mal wieder hatte ich ein tolles Wochenende, wenn auch ohne Fotokamera.
Machts gut und geniesst eure Zeit im schoenen Winterdeutschland (habe gehoert, dass es geschneit hat)
Liebe Gruesse
Verena
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